Heldenprofil: Beatrice Prior

Das Heldenprofil:

Name: Beatrice Prior (Tris)
Superkraft: reine Gene
Power-Gadget: keines
Status: Mensch
Moral: christlich
Funktion: Rebellin > Märtyrerin
Gegner: Jeanine Matthews und Bureau of Genetic Welfare
Bücher: Veronica Roth: Divergent, Insurgent & Allegiant

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Marvels Superheldinnen zwischen Erotik und Emanzipation

Marvel Comics stellt sich in den letzten Monaten der zunehmenden Kritik in Bezug auf ihre Superheldinnen. Angefangen hat alles mit den Beschwerden, es gäbe zu wenige weibliche Heldinnen in deren aktuellen Kinofilmen:

Here are all the upcoming movies that have been announced from Marvel from now until 2018: Captain America 2Captain America 3The Amazing Spider-Man 2The Amazing Spider-Man 3, and The Amazing Spider-Man 4, X-Men: The 1970s, X-MenThe 1980s, The Avengers 2Guardians of the GalaxyAnt-Man, and the untitled Fantastic Four reboot.

That’s a lot of tights — but very few women are in them. Female characters will have varying levels of prominence in some of the movies listed above, but there isn’t a single female (or nonwhite) protagonist on that slate.

( Indiewire, 18. 3. 2014 )

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Million Ways To Deconstruct the Wild West Hero

Der Wilde Westen hat sie geboren, die Revolverhelden Amerikas. Sie sind unerschrockene, harte Männer, die nicht zögern ihren Colt zu ziehen, um Gerechtigkeit in eine klar in Gut/Böse strukturierte Welt zu bringen.  Sie sind keine Baby-Face-Schönlinge, die sich mit vielen Gadgets oder gar smarten Tricks behaupten… Nein ihnen erkennt man schon von weiten an, dass sie unzählige Abenteuer und Salonschlägereien hinter sich haben.

A Million Ways To Die In The West zeigt einen ganz anderen Lonesome Sheepboy. Albert Stark – Ich muss immer an Eddard Stark aus The Song Of Ice And Fire denken. Ob das ein Zufall ist? Ich denke nicht, denn er ist der Parade-Held des ersten Bands bzw der ersten Season. Aber in dem von Intrigen und Verbrechen berstenden Westeros wird ihm seine hohe Moral schnell zum Verhängnis.

Von Westeros zurück zum Wilden Westen. Auch hier sterben die Menschen am laufenden Band weg, doch hier ist es die ganz harte Realität dieser Zeit die Millionen von Todesarten anbietet: von Krankheiten, Gewalt und dubiosen, medizinischen Praktiken bis zu einem Jahrmarktbesuch – denn “people die at the fair”. Als friedliebender Nerd hasst Albert den Westen und teilt dies auch gerne seinen Mitmenschen mit:

I’m not the hero. I’m the guy in the crowd making fun of the hero’s shirt; that’s who I am.

Ganz anders als A Game of Thrones-Eddard oder die Revolverhelden verspürt Albert nicht das geringste Bedürfnis die Ungerechtigkeiten und Widerwärtigkeiten seiner Umgebung zu ändern, weicht ihnen aus und will letztlich auch davor fliehen. Doch durch ein paar impulsive Aktionen, wie das Retten einer Fremden, verstrickt ihn der Wilde Westen schnell in seine Story-Strukturen: Bösewicht muss im Duell besiegt werden. Continue reading

TED – Von Helden und Antihelden

Was für eine wundervolle Reihe: Reading Between The Lines auf TED
Diese drei Videos zeigen sehr verständlich und unterhaltsam unterschiedliche Konzepte zum Thema Helden. Continue reading

Märchenhelden. Märchenheldinnen?

märchen

Bald ist es soweit! Am Wochenende starten wir wieder eine Herocast-Session, diesmal mit dem Thema “MärchenheldInnen”. Wir kennen sie ja alle, die Prinzen und Retter in der Not. Und am Ende seufzt die Prinzessin und sie leben glücklich bis ans Lebensende. Oder zumindest bis zum Ende der Geschichte.

Wir wollen nun herausfinden, worin die Faszination der Märchenhelden liegt und ob es auch Märchenheldinnen gibt, die sich nicht nur leidend ihrem Schicksal ergeben. Was uns sicher zu den modernen Verfilmungen aus Hollywood à la Maleficent oder Snow White and the Huntsman führt, wo ganz neue Regeln aufgestellt werden.

Wir freuen uns schon aufs Casten und euer Reinhören!

 Bild: DigitalSpy

MTV Movie Award for Best *Male* Hero

Gestern Nacht wurde Henry Cavill als Clark Kent zum besten Helden mit dem MTV Movie Award gekürt. Als Superheld par excellence ist dies auch kaum verwunderlich. Gewundert habe ich mich nur, dass es noch nie eine Heldin geschafft hat. Diesmal wäre es auch gar nicht möglich gewesen, da die Nominierten alle männlich waren. Gab es in dem letzten Jahr tatsächlich keine herausragenden Heldinnen? Katniss Everdeen aus Hunger Games wäre definitiv eine typische Heldin, doch gewann die Darstellerin bereits in der Kategorie best performance (female) und war bereits einmal nominiert. Ganz allgemein rückblickend waren es tatsächlich sehr traditionelle Heldengeschichten die unsere Kinos präsentierten. Unendliche Remakes und Sequels und alle mit männlichen Hauptrollen…
Abgesehen von diesem Heldinnenmangel, zeigt der Rückblick auf die letzten Nominierungen und Preisträger, dass trotz weiblicher Konkurrenz sich immer die männlichen Rollen durchsetzten. Die “best male heroes” bedienen auch alle Klischees der Heldenstereotype: Superman als Vorzeige Superheld, Bilbo Baggins der Urtyp der Fantasyhelden, Harry Potter als der Zauberheld und zu Beginn Batman der dunkle Vigilant und Rächer. Das kommt beim Publikum besser an als individuelle Heldinnen wie Katniss und Selene (Underworld) oder gar nur Nebenrollen wie Catwoman oder Sue Storm.
Es wird also Zeit auch weibliche Heldinnentypen zu kreieren oder das männliche Stereotyp immer wieder mit großen Heldinnenrollen aufzuweichen. Wo ist eigentlich Superwoman geblieben?

Foto: “Superman” (690 spools of thread) by Devorah Sperber

Women Are Heroes

2008 – 2010 bereiste der französische Fotograf und Street Art Künstler JR die Welt und porträtierte Frauen. Ihnen gemeinsam sind eine Existenz in den ärmsten und gefährlichsten Orten und ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Dieser Blick richtet sich nun gegen den Betrachter und wird zur Stadt dieser Frauen. Denn – nicht wie bei so vielen Positive-im-Elend-Fotografien – werden die Porträts nicht in einer Großstadt-Gallerie präsentiert, sondern direkt in die Umgebung der Protagonistinnen integriert. Als Bestandteil der Stadt – teils auch wasserresistentes Dach – übermitteln die Fotografien ihre Botschaft nicht an uns, sondern versuchen die Situation dieser Frauen dort zu beeinflussen.

In Monrovia, Liberia, when JR posted the pictures of local women, the reactions were immediate, raw, and sometimes brutal. People were asking lots of questions. Why faces? Why women? Did they do something special? Why here? What does it mean? Why is it in black and white, don’t they have colours in France? Are these women all dead? Those who understood shared it with the others.

Die Fragen sind jedoch nicht völlig unberechtigt. Denn was macht diese Frauen zu heroes? Die Antwort findet sich in den Interviews die Stärke im Erdulden von Vergewaltigung, Gewalt und Unterdrückung sowie die positive Lebenseinstellung macht sie zu außergewöhnlichen Heldinnen in ihrem alltäglichen Kampf ums Überleben. Durch die dramatische Vergrößerungen wurde den in ihrer patriachalen (und militarisierten) Gesellschaft kaum wahrgenommenen Frauen Aufmerksamkeit geschenkt – “in order to pay tribute to those who play an essential role in society”.

Sie sind Alltagsheldinnen, die einen für uns kaum vorstellbaren Alltag meistern.

Die Seite des Künstlers bietet einen tieferen Blick in das Projekt mit Videos der Interviews und vielen Bildern der einzelnen Orte.
Am 11. 12. 2013 um 2:05 wiederholt ARTE die Dokumentation zu diesem Projekt

We might be hollow, but we’re brave

Umspielt von hypnotischen Melodien erzählt eine rauchig starke Stimme von Eindrücken und Gedanken einer jungen Frau, von “I am only as young as the minute is full of it” (Tennis Court) bis “Impress the empress, take a shot” (White Teeth Teens). Die Sängerin ist die Neuseeländerin Ella Yelich-O’Connor, unter dem Namen Lorde. Der Titel des Albums, “Pure Heroine”, verspricht Heldenhaftes, Außergewöhnliches und eventuell sogar eine neue reine Moral.
Doch die purity, wie auch heroism finden wir in den Texten kaum. Außer man definiert die Begriffe neu. Ist das Reine in den ständig wiederkehrenden Träumen zu finden – “Livin’ in the ruins of the palace within my dreams” (Team) – oder in der ignorant-sorgenfreien und verletzlichen Einstellung in Passagen wie: “We’re all the things that we do for fun” (Buzzcut Season), “Let ‘em talk cuz we’re dancing in this world alone” (A world alone) and “I’ll be the beauty queen in tears” (Tennis Court). Da sie dadurch keine klassische Heldenmoral vertreten kann und auch kaum eine physische Aktion gegen das Böse vollzieht, wählt die Sängerin eine andere Waffe: Sie kritisiert mal mehr und mal weniger subtil gesellschaftliche Missstände, wie Gewalt (Glory and Gore), Schönheitsideale (White Teeth Teens) oder Konsum und Kapitalismus. Letzterem widmet sie sich in ihrem bekanntesten Song Royals. Doch wankt die Kritik durch Zeilen wie “We don’t care, we’re driving Cadillacs in our dreams”. Also wenn ich den Text nicht falsch verstehe, will sie in diese kapitalistische “love affair” nicht involviert werden doch in ihrer Fantasie wäre sie gerne reich und mächtig und letztlich bleibt “Let me live that fantasy”. Diese irritierenden Widersprüche, wie auch in der Strophe
“We’re trainwreck waiting to happen | One day the blood will flow so bad | One day we’re all against the world” (A world alone) zeigen eine noch unentschlossene und passive Heldin, die eventuell sogar mehr mit sich selbst kämpft als für das Gute: “We gladiate but I guess we’re really fighting ourselves” (Glory and Gore)
Somit bleibt nur noch das letzte Urteil zu fällen: Sind Wankelmut, Passivität und Verträumtheit ein neues Heldenideal einer jungen Generation? Oder verspricht der Titel – wie bei so vielen sinnentleerten, kommerziellen Heroisierungen à la Fashion-Hero – etwas was er nicht halten kann und bleibt nur noch “we might be hollow, but we’re brave” (400 Lux)?

Heldin in Burka

“I stand for justice, peace and education for all. I fight against the forces of tyranny and ignorance. Because I am …
… Burka Avenger!”

Die neue Comic-Heldin aus Pakistan ist gekleidet in Burka und kämpft mit Büchern und Stiften gegen die bösen Männer. Höchst moralisch und doch progressiv im konservativen Land wirft der Comic nicht nur Fragen zur Stellung der Frauen und Korruption in Pakistan, sondern auch für die internationale Comic-Superhelden-Szene auf: Wie moralisch können oder sollten Superhelden sein? Warum gibt es denn keine oder so wenige pazifistische Helden? (Denn Burka-Avenger verhaut die Gegner ohne sie zu verletzen.) Kann eine Burka ein Held(inn)enkostüm sein?

Bei so vielen Fragen und brisanten Themen lass ich einfach mal die Diskussion offen und freue mich auf Eure Meinungen.

burkaavenger.com