Kriegerprinzessinnen: Merida

Feurig und ungezähmt ist die dritte Prinzessin. Wenn gleich sie keine Drachen tötet, feindliche Truppen besiegt oder Prinzen rettet, so ist sie doch keine gewöhnliche Disney Prinzessin. Merida ist emanzipiert, geschickt mit ihrem Bogen und natürlich mutig, was letztlich auch zum englischen Filmtitel Brave führte.

Beim Tournier um ihre Hand nimmt sie dann auch gleich selbst teil und gewinnt natürlich. Ihr Freiheitsdrang und ihre Rebellion gegen die Prinzessinnen-Konventionen führt jedoch zum magischen Konflikt der Geschichte. Denn ihre Mutter, Personifikation der traditionellen Werte, wird durch ihre Auflehnung zur Bärin verwandelt. Erst als die Beiden einander verstehen und das Band zwischen Mutter und Tochter wieder geknüpft ist, wird der Zauber gebrochen. Gut dass Merida am Ende nicht einen der Prinzen oder gar den verzauberten Bären-Prinzen heiratet, denn sonst wäre jegliche Emanzipation zu Gunsten der Märchentradition vernichtet worden. So bleibt sie eine moderne Heldin, die zwar zu Kompromissen bereit ist und am Ende Verständnis und Mitgefühl vor ihre eigenen Bedürfnisse stellt, doch ihre Werte nicht verrät.

Die Serie zu Kriegerprinzessinnen geht weiter: Fantaghiró, Mulan, Daenerys, Xena, Brünhild, Leia, Athena, Sailor Moon, Zelda, Taundril, Mononoke, Fiona und Wonder Woman!

Quelle:
Merida. Disney/Pixar, 2012.

Kriegerprinzessinnen: Fantaghiró

Ihr kennt sie alle die schönen Prinzessinnen aus unzähligen Märchen und Legenden. Stets in Gefahr, gerettet von stolzen Rittern in strahlenden Rüstungen und mehr oder weniger freiwillig verheiratet. Ich möchte euch doch von ganz anderen Prinzessinnen erzählen:

Es waren einmal in fernen Ländern und Zeiten fünf Prinzessinnen. So tapfer, mutig und heldenhaft wie sonst kein Mann weit und breit.

fanta Fantaghiró hieß die erste –in einem Cross-Dressing-Wechselspiel rettet sie Königreiche, gewinnt das Herz ihres Prinzen und in der Märchenverfilmung besiegt sie noch die schwarze Hexe, Tarabas und die Fantasy-Version von Darth Vader, Darken.

Besonders in der zugrunde liegenden toskanischen Fabel, nacherzählt von Italo Calvino, ist ihre besondere Stärke sich wie ein Mann zu verhalten. Denn erst nach unzähligen Proben ihrer Männlichkeit wird sie als ehrwürdiger Gegner anerkannt. Besonders amüsant ist der Konflikt des Prinzen, der sich in die “bella persona” verliebt und zwischen Unglauben und Männerliebe hin und her gerissen ist. Die Filmserie ergänzt dieses Bild mit Kampfszenen, Überlistungen und ihrer hohen Moral, so dass Prinz Romualdo neben ihr zu Remoulade wird. Dazu kommt die Verdrehung von altbekannten Stoffen, so küsst sie ihr männliches Dornröschen aus dem Zauberschlaf.

Weiter geht’s mit Merida, Xena, DaenerysMulan, BrünhildLeia, Athena, Sailor Moon, Zelda, Taundril, Mononoke, Fiona und Wonder Woman!

Quelle:
“Fantaghirò Persona Bella” In: Fiabe italiane von Italo Calvino. Einaudi, 1956.
“Fantaghirò” Lamberto Bava. Reteitalia, 1991-96.

Foto: Diadem von Miss Hemmert und Hintergrund von Daniel via Flickr