Die “Generation Y” hat ihre Helden gefunden

techno

 

Man sagt ihnen nach, dass sie eine Generation ohne Eigenschaften seien, ohne Plan und ohne eigene Revolution. Keine Demonstrationen, kein tieferer Sinn und keine Ziele. Die Philosophen ihrer Zeit entspringen nicht verstaubten Büchern und ihre Helden feiern sich selbst und haben umso weniger zu sagen: David Guetta, Steve Aoki und Avicii bedienen die sogenannte EDM (=Electronic Dance Music) und bedienen sich unter anderem an der Musik der Generation X, der verheißungsvollen Refrains der greifbaren 1990er, die immer noch in den Ohren ihrer Hörer nachklingen. Der Hitfaktor, der ausgeborgt wird, um die Massen zu betäuben, steht im Vordergrund und das erfrischende Reproduzieren der Postmoderne ist obsolet geworden.

“Happy Shining Party People” – Schlagwörter, die allein oder in Kombination stehen, werden mit Synths, die Partytröten gleichen und militärisch anmutenden Marschbeats ergänzt, ein “Smells like Teen Spirit”-Riff untergemischt und fertig ist die Party.

Der Sound von EDM lädt dich nicht zum Mittanzen ein, sondern schreit dich an, dass du feiern sollst. (Gabs – DJ, Komponist und Sounddesigner)

Hochgepitchte Vocals und hoch erhobene Hände erleben einen zweiten Frühling, alles was tanzbar ist, ist erlaubt, während die Helden sich über der Masse erheben, Sekt in die Menge spritzen und mit Pyroshows und MC’s ihrer Generation einheizen. Die Begeisterung gleicht einem Konzert der Boybands aus den 1990ern, die der Retorte entsprangen wie sie selbst und werden ebenso angebetet und hochstilisiert.

Helden  füllen die Leere, und springen ein, wenn der eigene Mut und der eigene Sinn ein Relikt aus der Vergangenheit ist. Selbst wenn es nur darum geht, stellvertretend für die verlorene Masse Spaß zu haben.

Generation Maybe hat sich im Entweder – oder verrannt (Die Welt)
EDM – Der Anfang vom Ende? (Der Standard)

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