Luc Bessons Heldinnen

 

lucy

We’ve codified our existence to bring it down to human size, to make it comprehensible, we’ve created a scale so we can forget its unfathomable scale.

Mathilda, Leeloo und jetzt Lucy: Luc Bessons neuester Film zeigt uns wieder die Frau als zentrales Schlüsselelment und starke Heldin, die ihr Schicksal in die Hand nimmt. Entwicklung und Evolution stehen dabei im Vordergrund: Zu Mathilda, die sich von Léon zur Profikillerin ausbilden lässt und Leeloo, die als Fünftes Element die Welt rettet, gesellt sich nun Lucy, die wahrscheinlich einzige authentische Antwort auf so viele Superheldenfilme, die das aktuelle Kino derzeit ausspeit.

Nicht Held vs. Bösewicht und der altbewährte Kampf Gut gegen Böse steht hier im Mittelpunkt; auch nicht das Verbergen eines Doppellebens, sondern das Motiv des Antihelden: Rache und Überleben, mit einer möglichst ausdruckslosen Mimik. Wie Spiderman von einer Spinne gebissen wird, kommt es auch bei Lucy zu einer ungewöhnlichen Mutation durch ein Säckchen voller Drogen (CPH4), das in ihrem Bauch transportiert werden soll und reißt. Plötzlich kann sie mehr und mehr Hirnkapazität nutzen und entwickelt ungewöhnliche Kräfte.

Immer wieder kehrende Tieranalogien bringen dem Zuschauer das Grundthema des Films näher: Evolution. Selbst Lucys Name ist nicht zufällig gewählt, gilt doch das gleichnamige Skelett eines Australopithecus afarensis als Mutter der Gattung Homo. Morgan Freeman als betagter Wissenschaftler führt in die Welt der Neuronen und Hirnströme ein und stellt die Frage, was passieren würde, wenn der Mensch mehr als (Mythos oder nicht sei hier dahingestellt) die üblichen zehn Prozent seines Gehirn nutzt – was Lucy auch gelingt. Ihre Rache gegen jene, die ihr all das angetan haben, folgt auf dem Fuß: Zur Melodie des Mozart Requiem konfrontiert sie den Verantwortlichen, dem langsam klar wird, dass er wie Frankenstein seinem Monster gegenübersteht und eine wilde Verfolgungsjagd beginnt.

Luc Besson liefert hier einmal mehr eine beeindruckende Evolution auch innerhalb des Films: Vom Partygirl zur mutierten Antiheldin (mit ansehnlichem Drogenfahnder als Sidekick) zum Schlüsselelment des Wissens über Raum und Zeit.

 

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