Kriegerprinzessin: Xena

“In a time of ancient gods, warlords and kings, a land in turmoil cried out for a hero. She was Xena, a mighty princess forged in the heat of battle. The power…the passion…the danger. Her courage will change the world.”

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Xena war die Inspiration zu meiner Serie und ist für mich DIE KRIEGERPRINZESSIN, aber ist sie überhaupt eine Prinzessin? Der Untertitel lässt es annehmen, doch während den gesamten 134 Episoden habe ich keinen eindeutigen Beweis dafür gefunden… Sie ist die Tochter der Wirtin Cyrene und dem Krieger Atrius, auch wenn kurz Ares als potentieller Vater ins Spiel kommt. Dies klingt nicht nach königlicher Abstammung.

Doch Nusi P. Dekker argumentiert überzeugend dagegen: Atrius könnte identisch mit Atreus, Sohn des Königs Pelops, sein, der auf seiner Flucht nach Mykene eine Familie gründete und sich dann doch entschied weiter zu ziehen. Folglich wäre sie die Ur-enkelin des verfluchten Tantalos, dem Bruder von Ares, und somit sind des Kriegsgotts Anspielung an eine Verwandtschaft auch geklärt. Dies würde aber nicht nur königliches, sondern auch zum Teil göttliches Blut durch ihre Adern fließen lassen! Die griechische Mythologie würde das nicht ausschließen und die Serie enthält einige Hinweise, die Dekker herausarbeitet und daraus schlussfolgert:

Her ten-year reign of terror precipitated by Lyceus’ premature death was her legacy from Atreus of the Pelopids and from Ares, her great-great-grandfather and mentor. (Dekker, 1997)

 

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So spekulativ Xenas Herkunft auch sein mag, ihre Kriegerinnenqualitäten kann man nicht abstreiten. Selbst Götter und der Tod sind für sie kein Hindernis und so metzelt sie sich durch ihre Welt.

Entgegen der vorherigen Kriegerprinzessinnen ist Xena nicht die einzige Kriegerin ihrer Geschichte. Amazonen, Halbgöttinnen und Schamaninnen kämpfen an ihrer Seite oder auch gegen sie. Doch keine hat ihre fast schon übernatürlichen Fähigkeiten: Abgesehen von ihrer “kill them all” Kampferprobtheit und wilden Akrobatik ist sie auch Kriegsstrategin, Heilerin und Schamanin. Kurz: Im Gegensatz zu den anderen Kriegerprinzessinnen hat sie es nicht notwendig ihre Schönheit und Sexualität einzusetzen, um Männern scharenweise die Köpfe zu verdrehen – auch wenn sie nicht als keusch beschreiben kann.

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Ihr größtes Ziel ist jedoch nicht, gegen Könige, Götter und andere Unholde zu kämpfen, und sie will auch keine Königreiche retten oder erobern. Ihre eigentliche Lebensaufgabe ist viel psychologischer und moralischer: Sie will sich rein waschen von den Sünden und Gräuel ihrer Vergangenheit. Und da gibt es sehr viel zu vergeben und verzeihen, denn sie war ein wirklich böses Mädchen… Als “Destroyer of Nations” hat sie bis zu ihrem Wendepunkt mit Herkules einen blutigen Pfad zurückgelegt, und nun beginnt ihre eigentliche Geschichte:

Sie will Buße und Wiedergutmachung leisten, weiß aber nicht, wie sie das bewerkstelligen soll. Nicht zuletzt, weil sich alle Menschen von ihr abgewandt haben. Selbst Xenas Mutter will wegen ihrer Untaten – anfangs – nichts mit ihr zu tun haben. Xena ist vollkommen allein und orientierungslos, als plötzlich die junge, unschuldige Gabrielle in ihr Leben tritt – und ihr den emotionalen Rückhalt und ein Stück weit auch den moralischen Kompass gibt, den sie benötigt, um ihr Leben neu ausrichten und ihre Fähigkeiten als Kriegerin fortan für das Gute einsetzen zu können. (serienjunkies, 2015)

Interessant ist, dass sie – trotz der vielen getöteten Nebenrollen – ihre Erzgegner (Callisto, Ares, Cesar, Alti) nie tötet. Sie werden eher bekehrt, reinkarniert oder sterben durch die Hand Anderer. Und dies ist Teil der moralischen Botschaft, denn Xenas Antagonisten personifizieren den Hauptkonflikt ihrer Vergangenheitsbewältigung und Mord und Todschlag wären kein Mittel zur Vergeltung ihrer Gewalttaten. Dadurch werden die Dualität von Gut-Böse genauso wie “die Frage nach der Zulässigkeit von gewaltsamen Mitteln zur Konfliktlösung” hinterfragt:

Xena_AFIN_IIXena: Warrior Princess“ erweist sich hier als eine zutiefst moralische Serie. Nicht in dem Sinne, dass exklusiv eine bestimmte Moral gepredigt wird, sondern indem sie ihre Protagonistinnen (vor allem in den War-is-Hell-Episoden) immer wieder vor schwierige moralische Dilemmata stellt. Dabei finden sich Xena und Gabrielle häufig nicht nur auf verschiedenen, sondern auch auf wechselnden Seiten des Streits wieder. (serienjunkies, 2012)

Ihr Bußeweg ist nicht linear und wird geprägt Schmerz, Verlust und Selbstzweifeln, aber auch von der Liebe zu Gabrielle, Heldentaten und esoterisch-religiösen Lehren. Am Ende bleibt ihr jedoch nur noch eine letzte Tat zur Absolution, der Märtyrertod.

Die Serie geht weiter mit FantaghiróMeridaDaenerysMulan, Brünhild, Leia, Athena, Sailor Moon, Zelda, Taundril, Mononoke, Fiona und Wonder Woman!

Quellen:
Xena – Warrior Princess. John Schulian / Robert Tapert, 1995 – 2001.
Nusi P. Dekker: Who was Xena’s father? Theories on the warrior princess’ origins. Whoosh: Issue 6, 1997. http://www.whoosh.org/issue6/dekker1.html
Xena – Warrior Princess. serienjunkies: Stand 2015. http://www.serienjunkies.de/Xena/
Christian Junklewitz: Retrojunkies: Xena – Die Kriegerprinzessin. serienjunkies: 2012. http://www.serienjunkies.de/news/retrojunkies-xena-warrior-princess-39432-4.html

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